„Der 31. Oktober 1517 ist ein Schlaglicht der europäischen Aufklärungsgeschichte und hat die weltliche Entwicklung unseres Kontinents entscheidend geprägt. Mit dem Anschlag der 95 Thesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche hat Martin Luther die kirchliche Praxis des Ablasshandels – der Sündenvergebung gegen Geldspende – verurteilt. Seine Reformbemühungen haben letztendlich zur Abspaltung der Evangelischen Kirche von der Römisch-Katholischen Kirche geführt. Für heute selbstverständliche Prinzipien, wie die Trennung von Kirche und Staat ist seinerzeit der Grundstein gelegt worden.

Die Reformationsbewegung war ein wichtiger Schritt in Richtung der späteren Aufklärung. Insbesondere im Lichte der Zuwanderung und Flüchtlingslage in unserem Land, die auch im Zusammengang mit religiösem Fanatismus in manchen Teilen der Welt stehen, dürfen wir die historischen Errungenschaften der Reformation nicht aus den Augen verlieren. Vielmehr sind sie eine Richtschnur für die Bewältigung heutiger Aufgaben. Auch deshalb ist es wichtig, die Reformation im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten. Heute stellt sich diese Herausforderung neu im Hinblick auf das Miteinander von Christen und Muslimen. Der durch Reformation und Aufklärung verstärkte Prozess der institutionellen und theologischen Modernisierung und Rationalisierung, den beide christliche Konfessionen durchlaufen mussten, hat unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung nachhaltig geprägt. Er sollte Vorbild für all diejenigen sein, die sich dauerhaft in unsere Kultur integrieren möchten“, erklärt der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer (CDU) anlässlich einer diesbezüglichen Plenardebatte im Hessischen Landtag am heutigen Tag.

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